Flüssiggekühlte Rechenmodule: sechs Schnittstellen vor der Anfrage klären
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ETENZ•Editorial Team
Schnittstellen für Flüssigkühlung gehören vor die Anfrage: Wer Lieferumfang der CDU, Betriebspunkt, Volumenstrom und Druck, Kühlmedium, Druckhaltung und das Verhalten bei Kühlungsausfall schriftlich festlegt, bekommt vergleichbare Angebote und einen planbaren Anschluss am Standort.
Drei Angebote für dasselbe flüssiggekühlte Rechenmodul können völlig unterschiedliche Lieferumfänge enthalten: Das erste endet an den Vor- und Rücklaufanschlüssen an der Modulwand, das zweite umfasst zusätzlich die Kühlmittelverteileinheit (CDU) und die Rackverteiler, das dritte rechnet die Rückkühlung im Freien mit ein. Vergleichbar sind diese drei Angebote nicht, und das ist keine Preisfrage, sondern eine Frage des Lieferumfangs. Erst wenn jede Schnittstelle in einer Zeichnung, in einem Betriebspunkt und bei einem Verantwortlichen liegt, stehen die Preise auf derselben Grundlage, und erst dann lässt sich der Anschluss am Standort terminlich einplanen.
Dieser Beitrag geht von KI-Servern mit einphasiger Kühlplattenkühlung aus und beschreibt sechs Schnittstellenbereiche, die vor der Anfrage geklärt sein sollten. Er ist als Arbeitsgrundlage für die Anfrage geschrieben und nicht als Regelwerk: Welche Vorschriften verbindlich sind, entscheidet der Projektstandort, nicht die Sprache des Angebots. Wo eine Zahl aus einer chinesischen Norm übernommen wird, steht die Quelle dabei. GB/T 48023-2026 ist eine chinesische nationale Norm mit empfehlendem Charakter und tritt am 1. Februar 2027 in Kraft; das darin verwendete „soll“ ist eine Anforderung dieser Norm selbst und keine gesetzliche Pflicht. International zugänglich ist außerdem das Dokument Data Center Liquid Distribution Guidance & Reference Designs der Open Compute Project Foundation, das Kreisläufe, Schnittstellen, Wartung und Ausfallszenarien behandelt; auch das ist eine Entwurfshilfe und keine Anforderung. In die Anfrage gehört deshalb, welche Regelwerke in welcher Fassung gelten, für welchen Umfang sie gelten und welche Abnahmekriterien daraus abgeleitet werden.
1. Server und Racks: erst die Modelle, dann die Aufteilung der Wärmelast
Die Wärmelast gehört für eine benannte Serverkonfiguration aufgeschlüsselt in die Anfrage: Wie hoch ist die gesamte elektrische Leistungsaufnahme je Server, welcher Anteil wird über die Kühlplatten abgeführt, welcher Anteil bleibt als Luftlast im Modul? Auch bei flüssiggekühlten GPUs geben Netzteile, Netzwerktechnik und weitere Komponenten Wärme an die Luft ab; diese Größe entscheidet, ob im Modul zusätzlich Reihenkühlgeräte, eine Ventilatorwand oder eine andere Luftkühlung vorzusehen sind. Ein Teil der Kühllast stammt überhaupt nicht aus der IT: Umwälzpumpen, Rohrleitungen und Behälter tragen Wärme in das Medium ein. Die Anfrage sollte deshalb verlangen, dass der Anbieter angibt, ob dieser Anteil in der genannten Leistung der CDU bereits enthalten ist.
Für die erste Runde genügen wenige Angaben: Servermodelle der engeren Auswahl, Anzahl und Abmessungen der Racks, Bestückung und geplante Ausbaustufen. Bei den Rackmaßen dürfen keine Gewohnheitswerte aus der Luftkühlung eingesetzt werden. Flüssigkeitsgekühlte Racks sind häufig breiter und tiefer; wer mit dem Raster luftgekühlter Schränke rechnet, bekommt im Layout zu viele Stellplätze heraus. Steht die Plattform noch nicht fest, führt der parallele Vergleich mehrerer Kandidatenmodelle zu einem belastbareren Layout als eine vorab gesetzte einheitliche Leistung je Rack. In der Anfrage sollte außerdem stehen, welche dieser Angaben verbindlich sind und welche noch vorläufig; sonst rechnet jeder Anbieter mit eigenen Annahmen weiter.
Über die Geometrie wird meist mit einzelnen Maßzahlen gestritten, die aus fremden Regelwerken stammen und dort an Voraussetzungen hängen. Nützlicher ist eine kurze Liste von Festlegungen: Auf welcher Ebene werden die Flüssigkeitsleitungen geführt, unter einem Doppelboden, über den Racks oder in einer eigenen Trasse? Welche lichten Höhen und Breiten bleiben für Leitungsführung, Bedienung und Wartung frei? Liegen Flüssigkeits-, Energie- und Datenleitungen in derselben Ebene, und welche Trennung wird dafür verlangt? Dürfen Hauptleitungen über oder unter den Racks verlaufen? Welche Flächenlast trägt der Boden? Diese Werte kommen aus dem Projekt und aus den am Standort geltenden Regeln, nicht aus einer pauschalen Zusage der Normkonformität. Wird ein bestimmter Zahlenwert gefordert, sollte die Anfrage das Dokument nennen, aus dem er stammt: Gangbreiten und Bodenlasten stehen in der Praxis in ganz anderen Unterlagen als die Anforderungen an die Leitungsführung.
2. CDU und Rohrleitungen: den Übergabepunkt auf einen konkreten Anschluss legen
Eine Flüssigkeit-Flüssigkeit-CDU trennt zwei Kreisläufe über einen Wärmeübertrager: Die Anlagenseite (facility water system, FWS) führt die Wärme zur Rückkühlung oder zur Kälteerzeugung ab, die IT-Seite (technology cooling system, TCS) verbindet Racks und Kühlplatten der Server. Beide Seiten haben eine eigene Umwälzung, die Medien werden nicht vermischt. Technisch ist das übersichtlich; die Fehler entstehen bei den Bezeichnungen. Unterlagen verschiedener Hersteller nennen dieselbe Seite einmal primär und einmal sekundär, und ein vertauschtes Wort dreht eine ganze Bedingungstabelle um. Deshalb gehören Kreislaufbezeichnung und Fließrichtung in die Zeichnung, ergänzt um eine kurze Begriffstabelle auf dem Deckblatt der Anfrage.
Die Liefer- und Leistungsgrenzen werden Position für Position festgehalten: Rückkühlung im Freien, anlagenseitige Pumpengruppe, CDU, Hauptleitungen im Modul, Rackverteiler, Schläuche und Schnellkupplungen, Kühlmedium und Messstellen, jeweils mit der Angabe, wer liefert, wer montiert, wer befüllt und wer in Betrieb nimmt. Zwei Festlegungen wirken dabei auf die Anordnung im Modul zurück. Erstens gehören Absperrarmaturen in Haupt- und Abzweigleitungen sowie eine Filtration auf beiden Seiten in den Umfang. Zweitens ist zu klären, welche Arbeiten am laufenden System möglich sein müssen, etwa der Wechsel eines Filterelements oder einer Entlüftungseinrichtung. Das bedeutet nicht, unter Druck zu demontieren: Der betroffene Abschnitt wird zuerst abgesperrt und entspannt. Soll die IT-Last dabei weiterlaufen, braucht es einen zweiten Pfad, der den erforderlichen Volumenstrom trägt; die Umschaltung auf einen Doppelfilter ist dafür die übliche Lösung. Ein einzelner Filter mit Absperrung auf beiden Seiten unterbricht beim Schließen dagegen genau diesen Versorgungsweg. Welche Variante gefordert wird, entscheidet über Platz für Armaturengruppen und Bedienung im Modul und gehört damit in die Anfrage.
Jeder Übergabepunkt sollte auf einem nummerierten Flansch, einer Schnellkupplung oder einer Klemme liegen, mit Lieferant des Gegenstücks, Anschlussausführung, Dichtungswerkstoff und Einbaulage. Zur Anschlussausführung gehört eine Festlegung nach Nennweite: Welche Verbindungsarten sind je Nennweite zugelassen, geschweißt, geflanscht, mit Klemmverbindung oder mit Gewinde, und ab welcher Nennweite sind Gewindeverbindungen ausgeschlossen? Bei einem vorgefertigten Modul spricht vieles dafür, große Sammelleitungen im Werk zu schweißen, weil das Modul als Ganzes transportiert wird und Montagearbeiten vor Ort teurer und schwerer prüfbar sind. Koordinaten der Rohranschlüsse an der Modulwand, Transportverschlüsse und die Reihenfolge des Anschlusses vor Ort müssen mit der Aufstellungszeichnung übereinstimmen. Damit bekommt die Formulierung „bis zur Modulgrenze“ für beide Seiten denselben Inhalt.
Funktionsschema: Blau ist Vorlauf, Orange Rücklauf. FWS und TCS übertragen nur Wärme, kein Medium.
3. Kühlbedingungen: verfügbare Leistung am selben Betriebspunkt vergleichen
CDU und Rückkühlung gehören in eine gemeinsame Betriebspunkttabelle: Wärmelast, Vor- und Rücklauftemperatur beider Seiten, Volumenströme, Medien und Auslegungsbedingungen am Standort. Die Anfrage sollte dafür die zulässige Eintrittstemperatur der Server, die vorgesehenen Vor- und Rücklauftemperaturen auf Anlagen- und IT-Seite sowie die Grädigkeit am Wärmeübertrager gemeinsam angeben und vom Anbieter Leistungsdaten bei der Ziellast, dem gewählten Medium und dem zugehörigen Volumenstrom verlangen. Die Zahl auf dem Typenschild gilt für einen bestimmten Betriebspunkt; bei höherer anlagenseitiger Vorlauftemperatur oder kleinerer Grädigkeit ist sie nicht mehr übertragbar. Der Schutz vor Kondensation folgt nicht aus einer allgemeinen Untergrenze, sondern aus dem Taupunkt in der Umgebung der Geräte. Hat ein Server oder eine CDU herstellerseitig ein engeres Betriebsfenster, gilt dieses, und es gehört als Anlage zur Anfrage.
Bei trockener Rückkühlung wird die Temperaturkette vom Server nach außen aufgebaut: Welche Eintrittstemperatur lässt der Server zu, welche Grädigkeit benötigt die CDU, welche Vorlauftemperatur muss die Anlagenseite dann bereitstellen, und erreicht der Trockenkühler diese bei der sommerlichen Auslegungstemperatur des Standorts? Je höher die Auslegungstemperatur, desto höher fällt die erreichbare Flüssigkeitstemperatur aus; in heißen Regionen kommt ein reiner Trockenkühler damit unter Umständen nicht mehr unter die zulässige Eintrittstemperatur der Server. Wie groß der Abstand zur Außenluft tatsächlich ausfällt, hängt vom ausgewählten Gerät ab und ist den Auslegungsdaten zu entnehmen; Faustwerte taugen für die Richtung, nicht für ein Angebot. Ausschlaggebend ist dabei nicht, ob ein Standort als heiß gilt, sondern ob die Rückkühlleistung im Auslegungsfall ausreicht. Reicht sie nicht, kommen adiabate Zusatzkühlung, ein Kühlturm oder eine Kältemaschine in Betracht. Die Anfrage sollte verlangen, dass der Anbieter die angenommene Auslegungstemperatur, die daraus folgende Leistung und die verbleibende Reserve ausweist.
Eine Eingangsgröße wird dabei regelmäßig übersehen: Welcher Wetterdatensatz und welche Extrem- oder Häufigkeitswerte gelten für die Auslegung? Ohne diese Festlegung wählt jeder Anbieter seine eigene Grundlage, und die Angebote sind erneut nicht vergleichbar. Dazu gehören örtliche Zuschläge ebenso, etwa Wärmeinseln, Rückströmung aus benachbarten Geräten oder eine Aufstellung auf dem Dach. Im Modul sind gleichzeitig Taupunkt und Oberflächentemperatur kalter Leitungsteile zu prüfen; daraus ergeben sich Dämmung, Kondensationsüberwachung und Regelungseingriffe. Die Luftkühlung bekommt eigene Auslegungsbedingungen, damit auch der nicht über Kühlplatten abgeführte Wärmeanteil einen Verantwortlichen hat. Ein vergleichbares Angebot nennt die unter diesen Bedingungen verfügbare Leistung und die Betriebsgrenzen, nicht nur eine Nennleistung.
4. Volumenstrom und Druck: Verteilung und Druckgrenzen getrennt nachweisen
Hat die CDU eigene Umwälzpumpen, muss der extern verfügbare Differenzdruck beim Auslegungsvolumenstrom den gesamten Druckverlust des ungünstigsten Strangs decken: Hauptleitung, Armaturen, Filter, Verteiler, Schläuche, Schnellkupplungen und Server. Gibt der Hersteller nur den gesamten Differenzdruck der Pumpe an, sind die internen Verluste der CDU abzuziehen; erst der verbleibende Anteil steht der angeschlossenen Anlage zur Verfügung. Für den Regelbereich gehört in die Anfrage, in welchem Bereich der Volumenstrom automatisch geregelt werden muss und welche Abweichung der Vorlauftemperatur im stationären Betrieb zulässig ist. Das ist keine akademische Frage: Wird zuerst nur die halbe Rackreihe bestückt, arbeitet die Anlage lange im Teillastbereich. Der Anbieter sollte den Betriebspunkt für die erste Ausbaustufe und für den Endausbau getrennt bestätigen.
„Der Gesamtvolumenstrom reicht“ und „jeder Server bekommt genug“ sind zwei verschiedene Aussagen. Für die Gleichverteilung gibt es messbare Kennwerte: GB/T 48023-2026, die chinesische nationale Norm mit empfehlendem Charakter, die am 1. Februar 2027 in Kraft tritt, nennt drei. Die Differenz zwischen größtem und kleinstem Volumenstrom der Abgänge eines Verteilers soll höchstens 10 % des Mittelwerts dieser Abgänge betragen; zwischen den Strängen der IT-Seite gilt derselbe Wert; die Abweichung des Strömungswiderstands baugleicher Kühlplatten soll innerhalb von ±10 % liegen. Diese Werte gelten für die in jener Norm behandelten Anlagen, sie sind eine Empfehlung und keine gesetzliche Anforderung, und für ein Projekt außerhalb Chinas gelten sie nur, wenn die Anfrage sie ausdrücklich übernimmt. Als Vergleichsmaßstab sind sie dennoch brauchbar, weil sie sich messen lassen. Entscheidend ist die Grenze dieser Aussage: Eine bestandene Gleichverteilung bedeutet nicht, dass der Volumenstrom ausreicht, denn alle Stränge können sehr gleichmäßig gemeinsam zu niedrig liegen. Deshalb sind beide Nachweise zu verlangen, die Gleichverteilung und der im Auslegungsfall an jedem Rack und jedem Server tatsächlich anliegende Volumenstrom. Beides lässt sich bereits in der Anfrage als schriftliche Bestätigung fordern.
Die Druckbeständigkeit wird Bauteil für Bauteil geprüft und nicht für die Anlage als Ganzes. Grundlage ist der vom Hersteller erklärte maximal zulässige Betriebsdruck jedes Bauteils; die zulässige Druckstufe eines Kreislaufs bestimmt dann das schwächste Glied, und das kann die Schnellkupplung sein, ebenso der Verteiler, der Schlauch, eine Armatur oder der Wärmeübertrager. In die Anfrage gehört deshalb eine Liste der druckführenden Bauteile mit Typ und Druckstufe. Für Druckprüfungen sind Prüfobjekt, Medium, Prüfdruck und sein Bezug zum zulässigen Betriebsdruck, Haltezeit und Bewertungskriterium, also der zulässige Druckabfall, einzeln zu vereinbaren. Prüfdruck und zulässiger Betriebsdruck sind dabei zwei verschiedene Größen: Der Prüfdruck weist den Betriebsdruck nach, er erlaubt aber nicht, aus dem Prüffaktor einen höheren dauerhaften Betriebsdruck abzuleiten. Zu betrachten sind außerdem die Drücke an den maßgebenden Knotenpunkten im Betrieb, bei Pumpenstillstand und bei thermischer Ausdehnung. Messstellen werden in der Anfrage eindeutig bezeichnet, und Überdruck, Absolutdruck und Differenzdruck werden auseinandergehalten.
5. Kühlmedium und Druckhaltung: Erstbefüllung und Wartung mitbestellen
Kühlmedium, Kühlplatten, Wärmeübertrager, Rohrleitungen, Dichtungen und Schnellkupplungen bilden ein System, und die entscheidende Variable ist das Metall der Kühlplatte. T/CECS 1722-2024, eine chinesische Verbandsnorm mit empfehlendem Charakter, trennt das empfohlene pH-Fenster nach Werkstoff: für Kupferkühlplatten 8,0 bis 10,0, für Aluminiumkühlplatten 7,5 bis 9,5. Die Schnittmenge ist schmal. Auch die Inhibitoren werden getrennt empfohlen, Salze organischer Säuren für Systeme aus Aluminiumlegierungen und Azolverbindungen für Systeme aus Kupferlegierungen. Vom gemeinsamen Betrieb von Aluminium und Kupfer in einem Kühlmediumkreislauf rät dasselbe Dokument ab, weil das Risiko bei der Aluminiumkorrosion liegt; ausgesprochen wird damit eine Empfehlung und kein Verbot. Diese Werte gelten für die von jener Norm erfassten Systeme, sie sind nicht verbindlich, und für ein Projekt außerhalb Chinas gelten sie nur, wenn die Anfrage sie ausdrücklich übernimmt. Für die Anfrage sind sie dennoch nützlich, weil sich daran eine schriftliche Bestätigung festmachen lässt. Das Material der Kühlplatte ist damit eine Schnittstellenbedingung und keine Nebensache: In die Anfrage gehören das Kühlplattenmetall und alle weiteren benetzten Werkstoffe, das Medium mit seiner Einsatzkonzentration sowie die Forderung nach einer schriftlichen Verträglichkeitsbestätigung des Medienlieferanten, die genau diese Liste abdeckt, mit zulässigem pH-Fenster, Inhibitorpaket, Prüfumfang und Wechselintervall. Die Angabe „vollentsalztes Wasser“ ersetzt diese Bestätigung nicht.
Über Rohrwerkstoffe kursieren strengere Aussagen, als in den Regelwerken stehen. GB/T 48023-2026 verbietet kein bestimmtes Rohrmaterial; nichtrostender Stahl ist dort eine Empfehlung. Als Grundregel verlangt diese chinesische Norm, dass alle mit dem Kühlmedium in Kontakt stehenden Werkstoffe mit dem Medium verträglich sind. Für die Anfrage heißt das: nicht nur ein Rohrmaterial nennen, sondern eine Liste der benetzten Werkstoffe je Bauteil verlangen und dazu den Nachweis der Verträglichkeit mit dem gewählten Medium. Ausdrücklich ausgeschlossen wird in derselben Norm dagegen eine Abdichtung mit Gewindedichtband oder flüssigem Gewindedichtmittel. Diese Regel eignet sich gut für die Fertigungsunterweisung und für die Werksabnahme, weil sie sich Verbindung für Verbindung prüfen lässt.
Die Druckhaltung braucht drei Festlegungen je Kreislauf: Volumen und Vordruck der Ausdehnungseinrichtung, ihren Anschlusspunkt und die Einstellung des Überdruckschutzes, abgeleitet aus Flüssigkeitsinhalt, Temperaturänderung und den Drücken an den maßgebenden Knoten. Dazu kommen Nachspeisung und Entlüftung: wo, durch wen und mit welchem Medium. Da Wärmeübertrager und Absperrarmaturen den Kreislauf in Abschnitte teilen, wird jeder Abschnitt einzeln betrachtet, einschließlich der Flüssigkeitsvolumina, die durch geschlossene Armaturen eingeschlossen werden können. In den Angebotsumfang gehören außerdem Reinigung im Werk, Konservierung und Verschluss für den Transport, Spülung vor Ort, Erstbefüllung, Probenahme mit Nachprüfung und die Verbrauchsmaterialien. Für die Reinigung sind Medium, Umlaufdauer und Abnahmekriterium zu vereinbaren, etwa Partikelgehalt oder Probenwerte, und die Filterelemente werden vor der endgültigen Befüllung gewechselt. Dichtheitsprüfungen sind je Objekt zu vereinbaren: Kühlplatte mit zugehörigem Verteiler, Rohrleitung im Modul, vollständiger Kreislauf. Eine für ein einzelnes Bauteil festgelegte Prüfung ist kein Abnahmeverfahren für das gesamte Modul.
6. Kühlungsausfall: aus Alarmen ausführbare Abläufe machen
Ausfall der anlagenseitigen Kühlung, Stillstand einer CDU-Pumpe, zu geringer Volumenstrom in einem Strang, Leckage und Kommunikationsausfall werden als eigene Ereignisse in eine Funktionsmatrix eingetragen: Erfassungspunkt, Alarmempfänger, Umschalt- oder Absperrmaßnahme und der Zeitpunkt, zu dem die IT-Steuerung zur Lastreduzierung oder zum geordneten Herunterfahren aufgefordert wird. Bei der Leckage sind drei Funktionen zu unterscheiden, die getrennt zu beschreiben und getrennt zu bepreisen sind: Erkennung, Alarm und Ortung der Leckstelle. Sie gelten auch für die anlagenseitigen Leitungsabschnitte, die in den IT-Bereich geführt werden. Das automatische Absperren ist damit noch nicht festgelegt: Ob abgesperrt wird, durch welches Organ, unter welcher Bedingung und mit welcher Freigabe, ist eine Projektentscheidung. Sie gehört in die Funktionsmatrix und in den Angebotsumfang und sollte nicht als selbstverständlich enthalten vorausgesetzt werden.
„Anbindung an das Überwachungssystem“ wird erst mit einer Datenpunktliste und mit Rechten konkret: Welche Werte sind nur lesbar, welche Befehle dürfen geschrieben werden, wer darf sie auslösen, welchen Zustand nehmen die Geräte bei Kommunikationsverlust ein, und wie läuft die Anlage danach wieder an? Eine Messgröße betrifft das Modul unmittelbar, nämlich die Taupunkttemperatur. Dafür sind Messstellen an repräsentativen Stellen im Modul vorzusehen, und die Wahl dieser Stellen entscheidet, ob der Kondensationsschutz zuverlässig oder zu häufig anspricht; sie gehört in die Zeichnung und nicht in eine spätere Absprache. Ebenso konkret sind Auffangwannen unter Leitungen und unter der CDU sowie deren Entwässerung: Sie liegen im Umfang des Modulbaus und werden deshalb in der Liefer- und Leistungsaufteilung ausdrücklich genannt.
Wer eine Überbrückungszeit fordert, legt zuerst das Ausfallszenario fest: verbleibende Umwälzleistung, das tatsächlich an der Wärmeübertragung beteiligte Flüssigkeitsvolumen, die zulässige Temperaturerhöhung und den Verlauf der Lastreduzierung. Stehen die Pumpen still, ist der Inhalt eines entfernt aufgestellten Behälters keine für die Server nutzbare Reserve mehr. Für die Stromversorgung ist festzuhalten, welche Komponenten an einer unterbrechungsfreien Stromversorgung oder an der Ersatzstromversorgung hängen, etwa CDU, Steuerung, Stellantriebe und die im Ausfall benötigte Luftkühlung, und wie sich das mit der Abfolge von Lastreduzierung und geordnetem Abschalten der Server verträgt. Diese Abfolge wird gemeinsam mit dem IT-Betrieb festgelegt und nicht allein mit dem Lieferanten der Kühltechnik.
Mit drei Dokumenten von der Anfrage zur prüfbaren Lieferung
Sind die sechs Bereiche durchgearbeitet, liegen drei Dokumente vor: ein Systemfließbild mit Geräte- und Anschlusskennzeichen, eine Schnittstellenliste mit Betriebsbedingungen und Zuständigkeiten sowie eine Funktions- und Abnahmematrix von der Erfassung eines Ereignisses bis zur Wiederherstellung des Betriebs. Ein großer Teil der oben genannten Kriterien lässt sich unmittelbar in das dritte Dokument übernehmen: Gleichverteilung des Volumenstroms, zulässige Abweichung der Vorlauftemperatur, Druckabfall bei der Dichtheitsprüfung, Ortung einer Leckstelle. Das sind Größen, die sich bei der Werksabnahme messen und protokollieren lassen. Die Abnahme am Standort prüft anschließend das Verhalten mit der tatsächlich angeschlossenen Kälteversorgung, den Servern und dem Überwachungssystem.
ETENZ kann auf Basis einer festgelegten Serverkonfiguration die Fertigung der Modulstruktur und die Geräteanordnung übernehmen sowie Elektrotechnik, Wärmemanagement, Brandschutz und Sicherheitstechnik als Ausrüstung integrieren, je nach Projektaufteilung als Gehäuse, als vorgefertigte Schnittstellen, als ausgebautes Modul oder in OEM/ODM-Zusammenarbeit. Werden Anschlusslage, Halterungen, Wartungsräume, Auffang und Entwässerung, Steuerungspunkte und Abnahmeunterlagen früh abgestimmt, entfällt später ein großer Teil der provisorischen Rohrleitungsänderungen und der wiederholten Funktionsprüfungen vor Ort.
Für den Start einer Anfrage genügen fünf Unterlagen: Servermodelle der engeren Auswahl, Rackliste, Standortbedingungen, Angaben zur vorhandenen Kälteversorgung und eine Aufteilung, wer welche Geräte liefert. Werden Plattform und Schnittstellenbedingungen Schritt für Schritt festgelegt, arbeiten Layout, Geräteauswahl und Angebot auf derselben Grundlage. Die hier genannten Kennwerte stammen aus GB/T 48023-2026, der chinesischen nationalen Norm für Flüssigkühlsysteme mit Kühlplatten in Rechenzentren, die empfehlenden Charakter hat und am 1. Februar 2027 in Kraft tritt, sowie aus der chinesischen Verbandsnorm T/CECS 1722-2024; Wortlaut und Anwendungsbereich sind an den Originaldokumenten zu prüfen. Welche Regelwerke für das eigene Projekt verbindlich sind, richtet sich nach dem Standort und gehört in die Anfrage.
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